FORTBILDUNGEN 

Gutes Lernen berücksichtigt Struktur und Funktion von (Vor-)Wissen

(Vor-)Wissen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen im Prozess erfolgreichen Lernens. Weil die meisten Kinder zu Schulbeginn in nahezu allen Inhaltsbereichen (noch) ohne geeignete Vorkenntnisse sind, spielt zunächst ihre Intelligenz eine wesentliche Rolle. Doch dann verringert sich deren Bedeutung allmählich so, dass man über die gesamte Schullaufbahn hinweg etwas plakativ sagen kann: (Vor-)Wissen schlägt Intelligenz! Wobei generell gilt, dass lernrelevante Prozesse fundamental wissensbasiert sind und Lernen dann erfolgreich ist, wenn es an (Vor-)Wissen anknüpfen kann. „Wissen ist der entscheidende Schlüssel zum Können“, wenn es intelligent vernetzt ist. Aber gerade an der intelligenten Vernetzung von Wissen scheitern kognitiv beeinträchtigte, insbesondere lernbehinderte junge Menschen nicht selten.

Der Teufelskreis aus mangelndem (Vor-)Wissen, dadurch mitbedingten Erschwernissen in der Entwicklung von Strategienutzung und Metagedächtnis sowie Schwächen im weiteren Kenntniserwerb vermag eindrucksvoll zu verdeutlichen, wie die Entstehung von Lernbehinderung (auch) als eine „auf negative Weise kumulierte Lerngeschichte“ rekonstruiert werden kann. Dagegen unterstützt das Aktivieren von (Vor-)Wissen den jeweiligen Lernprozess, wenn es passend, vollständig und frei von Fehlern ist, anderenfalls behindert es eher.

Die Präsentation der Fortbildung kann hier abgerufen werden.    
Die Aufzeichnung der Fortbildung finden Sie hier: Einleitung, Teil 1  (Zip Datei) und Teil 2                                                                                                                                              

Aufmerksamkeit und Konzentration – Gutes Lernen berücksichtigt Struktur und Funktion des Gedächtnisses
Referent: Prof. Karl-Heinz Eser

Lernen verlangt Ruhe, Aufmerksamkeit bzw. Konzentration und Geduld. Man könnte auch sagen: „Lernen ohne Aufmerksamkeit ist wie Fahren im Dunkeln ohne Scheinwerferlicht“, denn erst die Aufmerksamkeit macht aus der reizgesteuerten offenen und breiten Wahrnehmung eine absichtsvolle und zielklare Be(ob)achtung. Viele Leistungen in Schule, Studium, Beruf oder im Alltag sind ohne diese Fähigkeit nicht vorstellbar. Wenn also das Gedächtnis die andere Seite der Medaille Lernen ist, so gilt Aufmerksamkeit als deren Türöffner.

Die Präsentation der Fortbildung und die Aufzeichnung können hier und Teil 2 hier abgerufen werden


Lernen, Gedächtnis und Gefühle – Gutes Lernen berücksichtigt Struktur und Funktion des Gedächtnisses
Referent: Prof. Karl-Heinz Eser

Lernen ist das zentrale Prinzip lebenslanger menschlicher Entwicklung. Das Gedächtnis ist die notwendige innere Struktur, die Lernen erst ermöglicht und sich dabei selbst entwickelt. Man könnte auch sagen: „Lernen ohne Gedächtnis ist wie Fahrradfahren ohne Fahrrad“. Beide Prozesse sind zwei Seiten derselben Medaille – die psychisch-bewusstseinsfähige und die hirnorganische. Umfang und Güte des Lernens und seiner Produkte hängen nicht zuletzt von der Funktionstüchtigkeit des Gedächtnisses ab, indirekt auch das Intelligenzpotenzial, wenn man es mit Lernfähigkeit umschreibt. Dabei erscheint insbesondere das Arbeitsgedächtnis als „Flaschenhals“ kognitiver Leistungsfähigkeit. Ohne den „Motor“ des Lernens, die persönliche emotionale und motivationale Dynamik, wäre dieser gesamte Prozess allerdings nicht lebenstüchtig.

Der dreiteilige foliengestützte Vortrag stellt zunächst die heutige wissenschaftliche Sicht auf den gesamten Gedächtnisprozess zusammen mit seinen Besonderheiten bei (jungen) Menschen mit Lernbehinderung vor, bevor er ableitbare Vorschläge für eine gedächtnisfreundliche Lehr- und Lernpraxis erörtert.

Die Präsentation der Fortbildung und die Aufzeichnung können hier abgerufen werden.

Familienhintergrund, Intelligenz und berufliche Zukunft – Einige Zusammenhänge nach aktuellen Studien
Wenn es schulisch-beruflich und bei der Bewältigung anderer Lebensaufgaben dauerhaft nicht so gut läuft, kommen regelmäßig Fragen nach den Ursachen auf. Spielt das familiäre und/oder soziale Umfeld eine Rolle? Sind es persönliche Besonderheiten körperlicher oder seelischer Natur, die zu den Schwierigkeiten führen? Zur Klärung macht der Vortrag mit einigen Zusammenhängen zwischen Familienhintergrund, Intelligenz und beruflicher Zukunft bekannt, die aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen anbieten. Die Ausführungen münden in Überlegungen zum pädagogischen Ertrag dieser Studien und dem Umgang mit sozialer Benachteiligung.
Video zum Vortrag: Prof. Karl-Heinz Eser

 

Einblick in das Netzwerk LERNEN FÖRDERN und fachliche Informationen geben unsere Publikationen

Lernbehinderung, die Behinderung auf den 2. Blick 

Teilhabe im 21. Jahrhundert

Lernbehinderung braucht inklusives Denken und Handeln

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Eine Auswahl an Beiträgen, die in der Zeitschrift LERNEN FÖRDERN veröffentlicht wurden, können Sie hier nachlesen